Böhmischbruck. Bunt, fröhlich und bis auf den letzten Platz gefüllt präsentierte sich die Kirche „Mariä Himmelfahrt“ der Pfarrei Böhmischbruck beim diesjährigen Faschingsgottesdienst. Kleine und große Drachen, Glitzerfeen, Wunderbäume, spanische Flamenco-Tänzerinnen, Prinzessinnen, Löwen und Zauberer marschierten in die Kirchenbänke ein. Auch unter den Erwachsenen blitzten hier und da farbenfrohe Hütchen, Blumenhaarreife und Glitzerkronen hervor.
Pater Joseph zeigte sich sichtlich erfreut über den fantasievoll bunten Besuch. Gleich zu Beginn machte er deutlich, worum es an diesem Sonntag ging; „Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen, denn der Herrgott hat uns, seine Kinder gern…“ (GL 462). In seiner Predigt stellte Pater Joseph die Freude in den Mittelpunkt. Ohne Freude, so betonte er, könne der Mensch nicht leben. Gott sei kein Gott der Angst, Traurigkeit und Mutlosigkeit, sondern ein Gott der Zuversicht und des Lebens. Anschaulich spannte er den Bogen zu einem Clown, mit viel zu großer Jacke, übergroßen Schuhen und roter Nase; eine Figur, die lacht, auch wenn man ihr Inneres nicht kennt. Der Clown lächle über vieles, obwohl es vielleicht in Familien, Schule oder Beruf auch Trauriges und Enttäuschendes gebe. Mit einem Lächeln das Beste aus schwierigen Situationen zu machen sei oft der bessere Weg. Fallen und Fehler machen gehöre zum Menschsein, so der Geistliche weiter, Schwäche sei kein Fehler, niemand ist perfekt. Hinfallen sei keine Schande, liegenbleiben jedoch schon. Auch Jesus habe gezeigt, dass man immer wieder aufstehen könne. Pater Joseph nannte Zitate und Beispiele unter anderem von Charly Chaplin, Charlie Rivel, Elisabeth von Thüringen oder Don Bosco, die mit ihrem Leben bezeugt hätten, dass das Leben, trotz aller Herausforderungen immer lebenswert sei. Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen – ein Lachen könne Brücken bauen von Mensch zu Mensch. Auch die Geschichte eines Klostermönches, der statt des gemeinsamen Gebetes mit seinen Mitbrüdern lieber tanzend und singend in einer abgeschiedenen Kapelle Gott lobte, zeigte: Man kann Gott mit Leib und Seele ehren und Freude ist eine Form des Gebets. Begeistert beteten die kleinen Maschkerer das Vater unser mit bewegten Gesten rund um den Altar.
Musikalisch wurde der Gottesdienst ebenfalls zu einem besonderen Erlebnis. An der Orgel überraschte Ferdl Völkl mit einem aktuellen Faschingshit und sorgte damit für heitere Gesichter. Auch Lukas Bock und Michael Kleber ließen die Finger virtuos über die Tasten tanzen. Zum Abschluss brachte Richard Reger mit amüsanten Geschichten und Witzen aus dem Dorf- und Kirchenleben die Kirchgänger noch einmal zum Lachen. Kräftiger Applaus erfüllte den Raum. Pater Joseph dankte allen Mitwirkenden und besonders den „Danielas“, die sich immer wieder neue Ideen für die Gestaltung der Gottesdienste einfallen lassen. Auch die fantasievolle bunte Dekoration von Monika Duschinger und Johanna Kurzka erhielt Anerkennung. Mit den besten Wünschen für einen wunderschönen Faschingssonntag voller Lachen und Fröhlichkeit sowie der Einladung zum Aschermittwochsgottesdienst entließ Pater Joseph die bunte Gemeinde; und viele gingen mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.
Am Dreikönigstag hieß Pater Joseph die Gläubigen sowie die Sternsingerinnen und Sternsinger in Böhmischbruck herzlich willkommen. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass schon die Weisen vor über 2000 Jahren nicht Ruhm und Reichtum suchten, sondern dem Stern folgten zu dem Kind in ärmsten Verhältnissen, dass die Welt verändern sollte.
Mit großer Dankbarkeit würdigte Pater Joseph den Einsatz der Kinder und Jugendlichen. Mit ihrem Einsatz leisten sie einen wertvollen Beitrag zur weltweiten Projekthilfe der Sternsingeraktion. In diesem Jahr stehen besonders Projekte in Bagladesch im Mittelpunkt, wo Kinder aus bedrängten und oft ausbeuterischen Arbeitsbedingungen befreit werden sollen, um ihnen den Zugang zu Schulbildung zu ermöglichen.
Jede noch so kleine Spende, so betonte er, trägt dazu bei, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.
Abschließend sprach er den Kindern und Jugendlichen seinen besonderen Dank für ihren Einsatz, ihre Zeit und ihr Engagement aus, mit dem sie ein starkes Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit setzen. Und für den wertvollen Dienst und Überbringen des Dreikönigssegen in die Häuser, bei zweistelligen Minustemperaturen, gebühre extra Anerkennung.